Pullover mit eingesetzten Ärmeln fertigstellen – Schritt für Schritt

 

 

Pullover mit eingesetzten Ärmeln fertigstellen – Schritt für Schritt

 

Das Aufschneiden des Pullovers und das Einsetzen der Ärmel hat den unverdient schlechten Ruf, extrem schwierig zu sein. Um mit diesem Gerücht aufzuräumen, habe ich die folgende Anleitung erstellt. Es ist nicht schwierig, sondern nur etwas eintönig. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es viele verschiedene Methoden gibt, die Ärmel einzunähen – aber so mache ich es 🙂

(Foto: Åste und ihre Freundin bei einer Wanderung im Pasviktal mit norwegischen Waldpullovern aus Álafosslopi. Sie haben zum ersten Mal Ärmel eingesetzt und haben es sooo gut hinbekommen!!)

 

 

Das brauchst du:

Rundstricknadeln

Wollnadel mit stumpfer Spitze

etwas Restgarn

Maschenmarkierer

Nähmaschine (Wenn du noch nie eine Nähmaschine benutzt hast, übe auf Zeitungspapier. Neue Nähmaschinen sind sehr einfach zu handhaben und eigentlich musst du nur lernen, gerade vorwärtszunähen und für ein paar Sekunden auf die Rückwärtstaste zu drücken.)

 

Schritt 1

 

Hast du die Ärmel und das Vorder- und Rückenteil fertiggestrickt, vernähst du die Fäden. (Die Ärmel müssen abgekettet sein. Und denke daran, möglichst locker abzuketten! Verwende eine größere Nadelstärke zum Abketten. Das Vorder- und Rückenteil wird nicht abgekettet.) Habe ich die Ärmel abgekettet, lasse ich 1 Meter Garn hängen, diesen Faden kann ich später zum Festnähen des Belegs verwenden.

 

Schritt 2

 

Lege das Vorder- und Rückenteil auf zwei lange Rundstricknadeln (siehe Foto) und kette beidseitig am Vorder- und am Rückenteil jeweils 3 Maschen ab. So kommst du mit der Nähmaschine besser heran. Kennzeichne mit zwei Maschenmarkierern den gewünschten Halsausschnitt. Miss die Breite des Ärmels und markiere, wo der Armausschnitt sein soll und wo du entlangnähen wirst, mit etwas Restgarn. Nähe um diese Markierung rundherum (siehe Foto). Ich nähe meist zwei- bis dreimal darüber und verwende einen Geradstich. Viele bevorzugen Zickzackstich. Ich habe beides ausprobiert und keinen Unterschied bemerkt. Ich verwende Geradstich, weil ich das Gefühl habe, mehr Kontrolle beim Nähen zu haben.

 

 

Schritt 3

 

Dreh nun das Vorder- und Rückenteil auf links und verbinde die Schultern. Dazu kettet man wie gewohnt ab, nur dass man jeweils nicht nur in 1 Masche, sondern in 2 Maschen (je 1 Masche von jeder Nadel) einsticht. Am Halsausschnitt enden.

 

Die Arbeit zwischen den beiden Maschinennähten aufschneiden und die Ärmel einnähen. Ich nähe sie meist mit der Hand ein. Verwende Maschenmarkierer, damit die Ärmelmaschen gleichmäßig auf den Armausschnitt verteilt sind.

 

 

Nimm Wollgarn zum Einnähen. Gestricktes ist in der Breite länger als in der Höhe, deshalb musst du ab und zu zwei Querfäden an Vorder- und Rückenteil aufnehmen statt nur einen. Als Eselsbrücke kann gelten: Für jede 3. Masche am Ärmel werden zwei Querfäden am Armausschnitt aufgenommen. Aber das variiert von Stück zu Stück, da jeder anders strickt. Deshalb ist die Verwendung von Maschenmarkierern so wichtig, so hast du gut im Blick, ob du nur einen oder zwei Querfäden aufnehmen musst.

 

Schritt 4

 

Näh mit der Nähmaschine eine Runde über die Handnaht, sodass kannst du sicher sein, dass es hält. Näh dann den Beleg über die Schnittkante.

 

 

Schritt 5

 

Jetzt strickst du den Halsausschnitt. Fasse beim Herausstricken der Maschen aus jeder Schulter 1 Masche auf, sodass kein Loch bleibt. 🙂

 

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Gratuliere! Du bist fertig! Lege den Pullover in kaltes Wasser und lass ihn liegend trocknen.